05. Februar 2012
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Vespa-Stories: Umbria in Vespa

Von Antonio Iacovazzo

Claudia Acquah ist eine leidenschaftliche Vespa-Fahrerin. Sie führt professionelle Vespatouren in Umbrien durch.

Claudia, woher hast du diese grosse Leidenschaft für die Vespa?
Mit 15 durfte ich endlich meine selbst ersparte Velosolex fahren, die ich schon drei Monate vor meinem Geburtstag in grosser Erwartung neben meinem Bett geparkt hatte. Zur Erklärung für die jüngeren Leser: die Velosolex ist ein französisches Mofa, das von 1946 bis 1988 hergestellt wurde. Der Clou war, dass der Motor auf dem Vorderrad auflag und bei Bedarf weggeklappt werden konnte, sodass man damit auch Fahrrad fahren konnte. Vielleicht war mir das auf die Dauer doch zu langsam - mit 25 km pro Stunde kann man die Solex wohl als wirkliches „Slowmobil“ bezeichnen - und mit 18 hatte ich es dann richtig eilig, den Motorradführerschein zu machen. Wegen Studium, Kind und Arbeit bin ich allerdings sehr lange nicht zum Motorradfahren gekommen.. Als ich 1994 nach Italien zog, beschloss ich zunächst möglichst viele Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Durch die hügelige Landschaft wurde das Fahrrad aber recht bald durch ein Moped (eine „Sì“ von Piaggio) und dann durch meine erste Vespa ersetzt. Diese Entscheidung habe ich nie bereut, denn so sind viele meiner Wege zum Arbeitsplatz zu reinen Vergnügungsfahrten geworden! Auf der Vespa fühlte ich mich von Anfang an frei und glücklich, und seitdem möchte ich dieses Gefühl nicht mehr missen!

..Und für Umbrien?
Auch das ist eine lange Geschichte. Schon 1984, als ich in Perugia einen Kurs an der Ausländeruni absolvierte, fühlte ich mich hier irgendwie „zuhause“. Die Landschaft spiegelte das Lieblingsmotiv meiner als Kind gemalten Bilder von grünen Hügellandschaften wider, die italienische Lebensart war mir spontan sehr nah. Nach 10 Jahren zog ich schliesslich mit meinem damals 9-jährigen Sohn ganz nach Umbrien und jetzt bin ich wirklich hier zuhause.

Deine Homepage heisst www.umbriainvespa.com. Was bietest du genau an und für welches Publikum?
Meine Kunden können mit meinen Vespas die wunderschöne, aber recht hügelige Region Umbrien auf neue Art ERFAHREN:
an der frischen Luft, aber ohne dabei zu schwitzen und sich zu abzustrampeln wie auf dem Fahrrad. Das italienische Kultfahrzeug entlockt der älteren Generation bei ihrem Anblick stets ein Lächeln und lässt sie in alte Erinnerungen fallen, wobei die moderne Version der Vespa in ihnen besonders grosse Neugierde und Interesse weckt.
Meine Kunden können die Vespas direkt bei mir in Agello abholen oder sie sich zu ihrem Hotel bringen lassen. Sie können Umbrien ganz allein erkunden, wobei ich ihnen dann natürlich gerne Tipps und Kartenmaterial mitgebe. Ich biete aber auch Tagestouren an, bei denen wir auf idyllischen Nebenstrassen zu schönen, oft weniger bekannten Orten fahren. Dabei essen wir gemeinsam in einfachen Dorfrestaurants zu Mittag und halten unterwegs vielleicht auf einem Weingut, bei einem Olivenölproduzenten oder besuchen ein kleines Museum. Die Touren können auch für geschlossene Gruppen oder Incentivereisen gebucht werden. Gerne werden die Vespas auch für Hochzeiten gemietet, bei denen sie den Fotografen ein ausgefallenes Motiv bieten und für die Paare eine originelle Alternative zur üblichen Luxuslimousine sind.

Was muss man in dieser Region unbedingt sehen/erleben?
Man muss den guten Wein trinken und das hochwertige Olivenöl probieren, die Langsamkeit erleben und die Ruhe in sich spüren, die vielen Grüntöne Umbriens geniessen und sich der Lebenskunst hingeben. Nicht zufällig wirbt die Region seit Neuestem nicht nur mit dem Slogan des „cuore verde d’Italia“ sondern verstärkt auch mit der „arte di vivere“. Doch Umbrien hat ausser dem Lebensstil und der grünen Natur, der guten Küche und dem ausgezeichneten Wein, der Tradition und dem Handwerk auch jede Menge Kunst und Ausflüge in die Geschichte zu bieten. In der Region kann man auf den Spuren der Römer und Etrusker wandeln und sich auf der Piazza eines der vielen typischen, noch intakten „centri storici“ bei einer Tasse Capuccino das Leben im Mittelalter vorstellen.

Wie sieht eine klassische Woche "Umbriainvespa" in etwa aus?

Man kann ganz Umbrien per Vespa entdecken, selbst wenn man jeden Tag wieder an den gleichen Standort zurückfährt. Die Vespa 125 LX ist ideal um am Tag bequem einen Radius von bis zu 150 km abzufahren. Gleichzeitig lädt sie dazu ein die Region langsamer und mit Genuss zu erfahren und im Augenblick und an schönen Orten zu verweilen.

Welcher Aktivität gehst du nach wenn du nicht in Umbrien weilst?
Bis vor kurzem war mein Leben zwischen Sizilien und Umbrien aufgeteilt, ich bin also von einer wunderbaren Region in die nächste gekommen. – auch heute zieht es mich noch oft nach Sizilien, aber insgesamt bleibt nicht mehr viel Zeit für Besuche in der Ferne und wenn ich dann doch mal ganz kurz im „Ausland“ bin, dann nutze ich das meist, um gleichzeitig meine Freunde und Verwandten zu besuchen!

Worauf würdest du nie verzichten wollen?
Jetzt müsste ich wohl sagen „ auf meine Vespa“, aber ich glaube, dass man nie von irgendetwas oder irgendwem abhängig sein sollte.

Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt sehen/erleben/machen?
Ich möchte mich irgendwann einmal langweilen können – vielleicht nur einen Tag lang, aber ein einziges Mal erleben wie es ist, nicht zu wissen, was ich tun soll!

Claudia, welches ist dein Bezug zur Italianità?
Ich bin mit Pizza und Spaghetti gross geworden – wie so viele Deutsche! In Italien fühle ich mich zuhause und glaube oft, dass ich in Deutschland nicht mehr klarkäme. Aber wenn ich dann in Deutschland bin, fühle ich mich auch dort wieder schnell zuhause. Sicher werde ich dieses Gefühl wohl nie mehr loswerden, mich in zwei Ländern zuhause zu fühlen und dabei immer etwas Sehnsucht nach dem anderen Land zu haben!
Die italienischen „Klassiker“ gefallen natürlich auch mir, wie gesagt, z.B. Pizza, Spaghetti, Eis und Cappuccino, der Fiat 500 und natürlich die Vespa!!!. Aber wenn man hier länger lebt lernt man natürlich auch die anderen Seiten von „Bella Italia“ kennen – trotzdem: in Italien bin ich jetzt zuhause!

Juni 2010

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Lucio QuarantaLucio Quaranta, Vespa-Weekend Gewinner.

Was bedeutet für dich Vespa?
Vespa weckt in mir schöne, heisse und leidenschaftliche Erinnerungen auf. Als ich 20 Jahre alt war hatte ich eine Vespa PX 125-er mit eingebaute Radio und Lautsprechern. Es liefen immer damalige Sommerhits aber vor allem fuhren wir zu zweit in den Sommerferien nach Italien...

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Vespa-Day, 28.5.2011

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