Ostern in Italien
Ostern (ital. Pasqua) ist das wichtigste Fest der Christenheit und wird im Vatikan und in Rom natürlich gebührend gefeiert. Es gibt nur wenige Orte in der Welt, wo Ostern grossartiger begangen wird, als in Rom. Der Papst selbst zelebriert zwischen Palmsonntag und Ostern zusammen mit Zehntausenden von Pilgern und Gläubigen mehrere Messen. Am Karfreitag, später in der Nacht, findet ein Kreuzweg statt, an dem auch der Papst teilnimmt. Dieser Fackelzug beginnt am Kolosseum und endet am Palatin-Hügel. Er ist eine der grossartigsten und feierlichsten Veranstaltungen, die man in Rom erleben kann. Der Samstagabend ist traditionell die Zeit der Osternacht, in der der Papst am späten Abend eine Messe im Petersdom feiert. Am Ostersonntag zelebriert der Papst zusammen mit Tausenden von Gläubigen eine Gottesdienst am Petersplatz. Trotz der Massen kann man den Heiligen Vater hoch über dem Platz auf dem Balkon der Kirche gut sehen. Am Mittag spricht der Papst seinen Segen der Stadt und dem Erdkreis ("urbi et orbi") aus.
Hinter den Alpen sucht man keine Ostereier im Freien und kennt auch keinen Osterhasen. Dafür beglückt man sich mit einem besonders grossen Schokoladen-Eiern. Diese sind allerdings nicht wie hierzulande klein und mit Nougat, Nuss oder ähnlichem gefüllt, sondern riesig gross, kitschig bunt und gefüllt mit einer Überraschung, die meist aus einem nicht minder kitschigen Spielzeug besteht.
„Natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi“ – Weihnachten mit der Familie, Ostern mit wem du willst. Getreu diesem Motto verbringt man das Osterfest gerne im großen Kreis, mit Familienangehörigen und vielen Freunden. Das Mittagessen nach der feierlichen Gottesdienst am Vormittag zieht sich oft über viele Stunden, begleitet von angeregtem Geplauder. Wie fast überall, auch in Italien geniess man am Ostern ein Osterlamm. Den süßen Abschluss des aus vielen Gängen bestehenden Mahles bildet in vielen Familien die Colomba Pasquale (Ostertaube), eine Art luftiger Gugelhupf, der in Form einer Taube gebacken wird und mit Mandeln dekoriert wird.
Am Ostermontag bricht die ganze Familie, meist zusammen mit Freunden, zu einem fröhlichen Ausflug ins Grüne mit gemeinsamem Picknick auf. Pasquetta – kleine Ostern – wird dieser lustige Tag genannt, und hier darf auf keinen Fall die Torta Pasqualina (auch Torta di Pasquetta genannt) fehlen, ein herzhafter Kuchen, der mit Eiern, Ricotta und Spinat gefüllt ist und sowohl warm als auch kalt gut schmeckt. Mit Körben voller Leckereien, Klappstühlen und Decken geht es ab ins Freie. So lässt sich die Sonne des beginnenden Frühlings geniessen und ein gemütlicher Tag im Kreise der Familie verbringen.
Da Ostern auch die Eissaison beginnt, werden die Gelaterien gestürmt und am liebsten gleich alle Geschmacksrichtungen durchprobiert. Das Osterfest endet dann am Abend mit einem romantischen Essen bei Kerzenlicht im Restaurant oder daheim.
Buona pasqua Euch allen!
Paola Volk, April 2010.



