05. Februar 2012
Werbung






Philipp Lotti: "Das Beste aus zwei Welten"

Interview mit Philipp Lotti, Architekt. Von Gregor Faust.

Philipp Lotti lebt und arbeitet in einer Loft in Zürich gleich neben dem Casa Italia. Der junge Architekt sticht durch Projekte hervor, die seinen Schweizerisch-Italienischen Wurzeln entspringen und in zeitlosem Design erscheinen.

Zur Person:
Philipp Lotti wurde 1974 in Zürich geboren. Sein Vater ist Italiener, seine Mutter Schweizerin. Lotti studierte in Berlin, wo er erste Projekte realisierte. Heute lebt und arbeitet er in Zürich.           

Philipp wieso bist du Architekt geworden?
Ich wollte ein Umfeld, indem ich mir meine eigene Welt schaffen, lang anhaltende Eindrücke für andere hinterlassen, und kreativ sein kann. Diese Möglichkeiten habe ich in der Architektur gefunden.

Wolltest du das schon immer?
Die Faszination für „wachsende“ Gebäude hatte ich schon als kleiner Junge. Das Beobachten des Geschehens aus der Distanz war mysteriös und interessant. Die Weisung „nicht betreten“ liess Fragen aufkommen, die ich selber beantworten wollte und so ging ich auf Entdeckungsreise. Heute ist mir klar, was das für Gefahren mit sich bringt.
 
Was treibt dich an?
Die Liebe zu meinem Beruf. Meine Partnerin, Familie, Freunde. Generell das Gute im Menschen und im Leben.

Welches ist dein Lieblingsbau?
Ich kann nicht ein bestimmtes Bauwerk nennen. Bei meinen eigenen Bauten ist das auch so. Eigentlich gefallen mir all meine Bauwerke (lacht).

Gibt es etwas, das dich an Zürich stört?
Ich wünschte mir, Zürich wäre etwas offener in Bezug auf Architektur, verglichen mit Berlin, wo ich studiert und lange gelebt habe oder Italien, wo die Hälfte meiner Wurzeln liegen. Aber Zürich ist für mich der richtige Ort, der mir viele Möglichkeiten bietet.

Was ist dein Stil, was macht dich aus?
Ich achte bei meiner Arbeit sehr auf Nachhaltig- und auf Zeitlosigkeit. Ich habe einen Mix gefunden aus zwei Welten: Schweiz und Italien. Diese zwei Einflüsse haben mich geprägt und spiegeln sich auch in meiner Arbeit wider. Konkret: aus der Schweiz das Akribische, die Genauigkeit, Präzision. Auch meine Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Pünktlichkeit ist sehr wichtig bei Bauprojekten. Aus dem Italienischen: das Ästhetische, Kreative, Flexible. Das Mutige, ja Freche.

Dein bisher grösstes Projekt?

Eines der ganz grossen: das Bundesministerium der Verteidigung „Bendlerblock“ in Berlin in Zusammenarbeit mit BEB.

Worauf bist du stolz?
Auf all meine Projekte.

Was bedeutet Heimat für dich?
Heimat ist, wo ich glücklich bin und mich entfalten kann.

Hast du eine Vision
Floating Home ist eine von vielen Visionen. Das eigene Haus zu Wasser ist ein Konzept, das Zukunft hat. Es ermöglicht mobiles Wohnen auf dem Wasser. Nicht zu verwechseln mit Hausbooten.

   In Zürich, gleich neben dem Casa D’Italia lebt und arbeitet Philipp Lotti.   
(Bilder von Gregor Faust)

www.lottiarchitecture.com

Juli 2010

Floating Homes