05. Februar 2012
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1. Mai Scherze in der Zentralschweiz

Der Besuch bei meiner Mama erlebe ich immer als interessante Begegnung, da sie viel zu erzählen hat. Ob Erlebnisse aus ihrer Jugendzeit in der Zentralschweiz oder aus ihrer Zeit als Schweizerstudentin  in Italien, Frankreich und England, meine Beta könnte einen Roman schreiben. Kürzlich  hörte ich von Ihr über den Brauch der 1. Mainacht an ihrem Geburtsort. In der Nacht auf den 1. Mai stellten die sogenannten Nachtbuben allerlei Scherze an.  
Heimliche Liebeleien wurden aufgedeckt mit „Sägemehlstrassen“: vom Liebhaber zur Liebhaberin streuten sie Sägemehl.

Auf die Fenstersimse von noch ledigen (und ewigen) „Jumpfern“ wurden  Puppen hingesetzt als Zeichen eines gefundenen Bräutigams! Alle beweglichen Gegenstände vor den Häusern wurden auf den Dorf- oder Kirchplatz getragen und als Gartenrestaurant originell platziert. Deshalb achtete man am Vorabend, dass man keine beweglichen Sachen vor den Wohnhäusern liess. Der Mistwagen wurde auseinandergenommen und im Kuhstall wieder zusammengesetzt.

Der Bauer staunte nicht schlecht, 5 Uhr morgens früh..denn zum Melken kam erst nach einem vollen Arbeitseinsatz. Heute fehlen die Ideen für solche originelle Scherze und man geniesst lieber einen ruhigen Schlaf: der Liebhaber mit seiner Frau oder Mann, die Jumpfern mit dem Traummann aus dem Klatschmagazin!

Eva Gallo, Mai 2010

Eva Gallo

Diese Schriften erzählen die Erlebnisse von Eva Gallo, Wirtschaftsjuristin, Freelance Redakteurin und vieles mehr! Nachdem Sie einige Zeit in Italien gelebt hat, erlebt sie momentan die Schweizerrealität. So oft wie möglich ist sie unterwegs und kehrt mehrmals jährlich zurück nach Italien. Somit erlebt sie die Freude von beiden Realitäten, im guten und im schlechten Sinne!