05. Februar 2012
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Il traffico di Roma

In letzter Zeit ist es hier in Rom etwas kalt. Trotzdem, mit dem Mofa herumzufahren ist immer eine aufregende Sache! Zwischen den Gässchen der antiken Stadt kann man vieles erleben, z.B. einen „Carabiniere“, schmunzelnd sehen, der mich beobachtet, während ich mit meinem Zweiräder  ein „in der Schweiz nicht tolerierbares Manöver erledige“ !!

Gestern hatte ich eine grosse Wut, als ich mitten in einer langen Schlange steckte. Es ging einfach nichts. Ich drängte mich nach vorne, zwischen den Autos durch, die während der ganzen Zeit hupten und hupten. Zickzack, mit meinem Moped durch die engen Gässchen der Via del Corso, über dem Tiber, bis nach Trastevere..

Ich dachte: „Mmh..Sobald ich da vorne bin und sehe, wer die Schuld an diesem Chaos hat, werde ich ausrufen. Es geht sicher wieder um einen Superman, der irgendwie parkiert hat und so den anderen den Weg blockiert. Oder vielleicht hat jemand wieder einen Unfall gebaut und jetzt müssen alle warten und warten…“

Ich ärgerte mich und dachte an meine Schweiz, wo alles schnell läuft und funktioniert . Es passiert oft, dass man hier an die Schweiz denkt, vor allem, wenn es um Sachen geht die hier nicht so automatischen ablaufen wie nördlich der Alpen!

Während meinem Drang nach vorne und meinem speditiven, wütenden  Zickzack, steigerte sich meine Nervosität, da ich schnell alles erledigen wollte. Man hat ja schliesslich ein Moped in Roma, um alles schneller hinter sich zu bringen! Schon weit entfernt vom Hindernis sah ich etwas Grünes mitten in der Strasse, auch farbige Dinge. Man konnte aber  nichts Klares unterscheiden.

Aber umso näher… umso klarer. So präsentierte sich vor mir  tatsächlich ein voll geladener kleiner Dreiräder mit Pflanzen, Blumen,  Palmen und Vasen. Es war so niedlich zu sehen, wie sich dieses rote winzige Fahrzeug mit seinem vollgestopften Fuder mit Kraft und Willen durch das Gässchen kämpfte.

Es war, als hätte ich ein kleines Baby gesehen! Meine Wut wurde zu Zärtlichkeit und meine Nerven entspannten sich mit Lachen.
Das gehört auch zu meiner Stadt, dachte ich! So etwas Klassisches wie der rote Dreiräder  und die ganze Szene machen mein Leben farbig und einzigartig, eben wie Bella Italia ist!

Die Freude gewinnt man nicht…es  ist etwas Inniges und macht plötzlich glücklich!

Eva Gallo, Januar 2010

Eva Gallo

Diese Schriften erzählen die Erlebnisse von Eva Gallo, Wirtschaftsjuristin, Freelance Redakteurin und vieles mehr! Nachdem Sie einige Zeit in Italien gelebt hat, erlebt sie momentan die Schweizerrealität. So oft wie möglich ist sie unterwegs und kehrt mehrmals jährlich zurück nach Italien. Somit erlebt sie die Freude von beiden Realitäten, im guten und im schlechten Sinne!