05. Februar 2012
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Malocchio!

Mein Dorf in Italien heisst Montefalcone nel Sannio und gehört zur Provinz Campobasso.

Es ist ein kleines, hübsches Dorf, wo es im Winter zwischen den Gässchen immer noch nach Cheminéefeuer  riecht und im Sommer die Kinder vor der Haustür eine Scheibe Brot mit dem Saft einer frisch gepressten Tomate und mit ein paar Tropfen nativem Olivenöl essen. Natürlich gehört auf die Brotscheibe etwas Origano, den man oben im Berg findet und an der  Sonne trocknet. Mmmh! So bin ich aufgewachsen: „Z’VIERI“ mit dem „Pane e Pomodoro“ meiner Grossmutter Evelina. Dank ihr konnte ich noch viele andere Sachen lernen. Trotzdem wollte sie mit einigen Geheimnissen sterben: es gibt zum Beispiel Rezepte, die wir alle aus der Familie vermissen, weil sie Nonna Evelina aus Stolz und verständlicher Eifersucht für immer mitgenommen hat..

„Mis schwiizer Grossmami“ hingegen, hat sogar ein Rezeptbuch für ihre Kinder geschrieben und dank diesem können  wir aus der dritten Generation immer noch die besten „Hacktätschli“, Omeletten ond Wäihen geniessen. Glücklicherweise gibt es aber in Montefalcone immer noch „lebendige Evelinas“ oder wenigsten eine Art Kopien. Schliesslich ist es ja so: Die Grossmamis sind einzig und nicht ersetzbar.

Aber ohne meine „Tante Giannina“ (die Zia Giannina) zum Beispiel, wäre mein Leben anders. Oh ja! Erstens mal: Giannina ist nicht meine richtige Tante. Die Benennung Tante und Onkel gehören als Respektformel für jede Person, die etwas Wichtiges bedeutet, aber auch anstelle von Herr oder Frau. Zum Beispiel auf der Strasse, wenn man jemanden, grüsst der ein wenig älter ist, sagt man : Buongiorno Zio oder Buongiorno Zia!

Also die Giannina stelle ich euch mal vor. Letzte Woche war ich in Zürich unterwegs und hatte meine tausendste Panne mit dem Auto. So, dachte ich, das kann nicht sein! Ich muss einen bösen Geist auf mir haben, den so genannten „MALOCCHIO“ . Ich habe sofort der Zia Giannina angerufen und sie gebeten unbedingt diesen bösen Geist von mir weg zu bringen. Und tatsächlich, trotz Distanz und einfacher Technologie wie ein telefonischer Anruf , hat’s geklappt! Sie erlöste mich vom  „bösen Auge“! Wie? Mit etwas Olivenöl im Wasser und.. einer bestimmten Formel.

So fröhlich und unbeschwert bin ich zurück nach Hause gegangen um dort meiner Mutter und meinem Liebsten, der zufällig dort war, anzukündigen, dass mein böser Geist weg sei. Endlich konnte ich wieder ohne Angst fahren! Super! Nun schauten mich die beiden so an und lachten: HAHA! Du lässt dich doch nicht von solche Aberglauben beeinflussen! Oder!? Ja sicher: solche ÜBERZEUGUNGEN funktionieren nur, wenn man daran glaubt. Genauso wie die Liebe!! 

Na sicher!

Eva Gallo, Januar 2010

Eva Gallo

Diese Schriften erzählen die Erlebnisse von Eva Gallo, Wirtschaftsjuristin, Freelance Redakteurin und vieles mehr! Nachdem Sie einige Zeit in Italien gelebt hat, erlebt sie momentan die Schweizerrealität. So oft wie möglich ist sie unterwegs und kehrt mehrmals jährlich zurück nach Italien. Somit erlebt sie die Freude von beiden Realitäten, im guten und im schlechten Sinne!