Basta Pasta über Mittag!
Ende für Pasta-Pause? - Italiener empört
Mit dem Vorschlag, zur Steigerung der Produktivität die Mittagspause abzuschaffen, hat ein italienischer Minister einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. "Die Mittagspause schadet der Arbeit. Das ist ein Ritual, das das ganze Land lahmlegt", hatte der Minister zur Umsetzung von Regierungsprogrammen, Gianfranco Rotondi, am Montag erklärt.
Angriff auf Arbeitnehmer-Rechte
Die Kritik folgte auf dem Fuße: "Hat Rotondi überhaupt schon mal gearbeitet?" fragte Gianni Pagliarini von der Kommunistischen Partei in der Zeitung "La Stampa" ironisch. Gewerkschaftschef Michele Gentile sprach von einem Angriff auf die Rechte der Arbeitnehmer. Bei der Mittagspause handele es sich "um ein vor langer Zeit errungenes Recht."
"Wenn wir schon mal dabei sind, schaffen wir doch auch das langweilige Ritual des Schlafens ab", ironisierte ein anderer Gewerkschaftschef. Ernährungswissenschaftler Giuseppe Fatati zeigte sich gegenüber dem "Messaggero" besorgt um die Volksgesundheit: Es seien die Mahlzeiten, die dem menschlichen Organismus einen Rhythmus verliehen. Ein Dauerfasten während der Arbeitszeit sei daher schädlich. "Man kann das Gehirn nicht ohne Nahrung lassen. Um die Konzentration und die Produktivität zu erhalten, braucht man Brennstoff", betonte Fatati.
Redaktion, November 2009
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