05. Februar 2012
Werbung






Motoren: Passione Dueruote!

go-Italy im Gespräch mit Marco Borghesi, Leiter Verkauf & Marketing OFRAG Vertriebsgesellschaft.

Wie sind Sie in die Motorenwelt und in die Vespa- und Piaggio- Realität  eingestiegen?
Motoren haben mich schon immer fasziniert. Mit 14 hatte ich ein Moped und später kam in Italien ein Enduro dazu. In meinen Adern schien Benzin statt Blut zu fliessen. Vor 10 Jahren ergab sich die Möglichkeit, bei der OFRAG einzusteigen. Das war eine Win-win-Situation, die beiden Gutes gebracht hat.

Was ist genau Ofrag?
OFRAG ist  die offizielle Vertriebsgesellschaft von Piaggio, Vespa, Gilera und Aprilia in der Schweiz, welche seit 1936 existiert. Nächstes Jahr feiert sie also ihr 75-jähriges Bestehen. OFRAG fing ihre Tätigkeit mit den PUCH 2 Rädern an, die damals Hauptkonkurrenten von Piaggio Mofas war, dessen Tochtergesellschaft Ofrag danach kaufte.  So traten wir offiziell in der Zweiräderwelt ein. Schritt für Schritt entwickelte sich OFRAG zur heutigen Firma und übernahm dann auch die Marken Gilera und zusätzlich im 2009 Aprilia.

Wie hat sich der Zweirädermarkt in der Schweiz entwickelt? 
Im Jahr 1999 registrierte der Markt einen wahren Boom im Scooterbereich, unserer Stärke. Bis dahin hatte man nur Moped oder Motos. Bis im Jahr 2005 erfolgte ein konstantes Wachstum, bis der Markt sich dann stabilisiert hat. Heute werden ca. 40.000-45.000 Einheiten verkauft, davon sind 50% Motos und 50% Scooters.

Welches ist Eure Zielgruppe?
Unser Zielpublikum ändert sich je nach Marke und Modell. Während das Motorrad, damit meine ich Gilera und vor allem Aprilia, die Symbole für Hobby und Freizeit darstellen, ist der Scooter, also Piaggio oder Vespa, zum echten Verkehrsmittel geworden. In anderen Worten gesagt, der Grund des Gebrauchs unterscheidet die beiden Zweiräder. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich noch zusätzlich im Sinne des Fahrzeughalteralters: die 50cc’s passen zu den jungen 16-Jährigen, die 1000 cc hingegen eigenen sich für eine höhere Altersgruppe. Unser Zielpublikum ist also zwischen 16 und 60 Jahren und schliesst jedes Alter ein. Ein einziger Faktor verbindet jedoch alle: die Marke Vespa, Ikone des Lifestyles und der Italianità.

Welches ist das meistverkaufte Modell?
Vespa hat in den letzten 4-5 Jahren ihr Angebot sehr erweitert und deckt somit alle Ansprüche. Was wir gut verkaufen, ist zum Beispiel die LX125. Von Bedeutung ist folgendes: seit 2003 ist es möglich, den 125cc mit dem B-Fahrausweis und zusätzlichen 8 Stunden Fahrschule zu fahren. Das schätzen vor allem all diejenigen, die nicht gerne das ganze Verfahren bis zum Fahrausweis durchlaufen wollen. Für alle, die vor 1977 den Fahrausweis erworben haben oder für jene, die den 125cc Ausweis schon besitzen, ist es möglich, Zweiräder bis 25 PS zu fahren.

Was macht die Vespa zum Kultobjekt?
Der Grund liegt in der Authentizität der Vespa. Vom ersten bis zum letzten Modell hat die Vespa ihre Form beibehalten. Viele haben versucht, sie zu kopieren, aber nur Vespa hat den Fahrzeugaufbau aus Stahl. Seit 1946 bleibt dieses Konzept identisch, das aus Vespa ein Kultobjekt gemacht hat. Vespa ist 100% Italianità.

Vespa hat in ihrer Art alle Jahrzehnte überlebt. Heute gibt es die neuen Hybrid Scooters, die absolut innovativ sind. Welche Merkmale sind ihnen eigen?
Wenn wir von Hybrid-Technologie sprechen, beziehen wir uns auf  Piaggio und nicht auf Vespa. Weltweit sind wir die Ersten mit dieser Technologie, die eine Alternative zum thermischen Motor ist.
Die Technik hat sich in den letzten Jahren sehr entwickelt und damit das Sparen von Benzin und CO2 ermöglicht. In Zukunft wird man in zwei Richtungen gehen: elektrischer Motor und Hybrid. Die aktuellen Elektromotoren lassen nur eine Maximalgeschwindigkeit von 30/40 km/h zu, aber die Technik wird diese Grenze sicher bald nach oben verschieben. Was in Italien die Hybrid-Motoren besonders beliebt macht, ist die Tatsache, dass sie in den vielen ZTL Zonen (zone a traffico limitato - Zonen mit limitiertem Verkehr) gestattet sind, also man darf mit solchen Scooters zirkulieren.

Können Sie uns etwas über die kommende Modellen verraten?
Ein kleines Vorwort sei mir erlaubt: Die Vespa ist einzig auf der Welt mit ihrem Retro Look und ihrer innovativen Technologie. In der 4-Räderwelt  hat nur Porsche 911 eine solche Philosophie adaptiert: Das Design bleibt zeitlos unverändert, aber die elektronische und mechanische Ausstattung ist immer brandaktuell. Vespa wird jedoch nie Hybrid-Motoren verwenden, weil es im Fahrzeugaufbau keinen Platz für zwei Motoren gibt, thermisch und elektrisch. Würde der Fahrzeugaufbau ändern, wäre es nicht mehr Vespa. Sobald die Technologie ein Überschreiten der 100km/h-Grenze ermöglicht, wird es möglicherweise nach 2-3 Jahren eine Vespa mit einem 100% elektrischen Motor geben.  Bei Aprilia kann ich die Ankunft des neuen 1200Motors ankündigen. Dies wird sicher ein erfolgreiches Modell sein, denn unsere Gruppe ist sehr überzeugt davon.

Vespa hat ihr Angebot sehr erweitert. Heute gibt es neben vielen neuen Scooters Modellen auch Pullovers, Shirts, Schlüsselanhänger und vieles mehr..
Ja, im Mai 2010 haben wir mit diesem neuem Angebot begonnen, die Marke Vespa als Stilikone  und der Italianità zu bestätigen. Die Verteilung erfolgt durch ausgewählte Händler unserer verschiedenen Verkaufsvertretungen. Die Strategie der Firma ist nicht, diese neue Produkte mittels  Boutiques oder Kleidergeschäften zu verkaufen.

Welches Verhältnis haben Sie zur Italianità?
Ich erlebe Italianità jeden Tag. Borghesi ist Italianità zu 98%: zu Hause, in der Familie, an der Arbeit. Hier bei Ofrag, zum Beispiel, essen wir am Mittag alle zusammen und entspannen uns mit einem Briscola Spiel (N.d.R.: italienisches Kartenspiel). Fussball ist hier auch ein Renner, vor allem derzeit, wo Inter-Mailand Champions League Sieger geworden ist und wo die WM stattfindet!

Welches ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Als OFRAG verdanken wir einen guten Teil des Erfolgs dem Umstand,  nicht an der Börse quotiert zu sein und als Firma bescheiden geblieben zu sein. Dies ermöglicht uns schnelle Entscheidungen und Langzeitstrategien vorausschauend zu planen. Unser Marketing ist sehr innovativ und hilft damit, aus Vespa ein Kultobjekt zu machen. Meinen persönlichen Erfolg habe ich der fantastischen Mannschaft zu verdanken, die täglich mit mir arbeitet. Hier geht es um echtes Teamwork!

Auf was könnte Marco Borghesi nie verzichten?
Das ist eine schwierige Frage…lassen Sie mich überlegen…Ich würde nie auf die Gesundheit verzichten, auf gemütliche Stunden mit Familie und Freunden und, natürlich, auf eine Ausfahrt mit der Vespa!

Eva Gallo, Juni 2010


Die OFRAG Vertriebsgesellschaft ist heute ein modernes Handels- und Dienstleistungsunternehmen, welches mit innovativen Produkten und einem hohem Fachwissen, einen massgebenden Beitrag zur Förderung und Verbesserung der individuellen Mobilität auf der Strasse leistet.

 



Vespamania auf go-Italy

Kult Vespa wird auf go-Italy speziell zelebriert. Interessante Berichte von Vespa-Fans, News & Trends über das Symbol der "Dolce Vita" finden Sie unter der Rubrik Vespamania.